2-Klick-Buttons: Elegante Datenschutz-Lösung für Like-Buttons

Die Facebook-Like-Buttons sind dank des ULD derzeit zurecht stark im Gerede. Es geht darum, dass bei jedem Aufruf einer Seite mit Like-Button Daten an Facebook fließen, die derzeit bei Facebook eingeloggten Usern direkt zugeordnet werden können. Da Facebook seinen Sitz in Amerika hat werden diese Daten nach Amerika übertragen, was ohne Zustimmung rechtswidrig ist. Das ULD möchte deshalb sowohl Facebook als auch Seitenbetreiber in die Verantwortung nehmen.

Ich für meinen Teil habe aufgrund der Datenschutzproblematik gerade das erst vor zwei Tagen installierte WordPress-Plugin Social wieder deaktiviert. Etwas unwohl war mir schon immer dabei, genauso wie beim Like-Button, denn ich deshalb nie eingebunden habe. (Der Facebook-Button über den Artikeln funktioniert mit einem Link auf eine zwischengelagerte Seite, die eine Facebook-Schnittstelle nutzt, so dass nichts von externen Seiten geladen werden muss.)

Die gleiche Problemstellung gibt es denke ich beim Google+ Button. Diesen hatte ich direkt eingebunden, da Google einerseits (noch) keine Schnittstellen anbietet und andererseits das Manipulieren der Buttons verbietet. Es besteht also derzeit keine dritte Alternative. Unwohl war mir allerdings auch dabei, deshalb habe ich ihn jetzt wieder entfernt. Damit ist janmartin.de wieder frei von externen Elementen.

Eine sehr elegante und eigentlich auch ziemlich simple Lösung gibt es jetzt auf heise.de. Sie wird von den Autoren 2-Klick-Buttons genannt. Um die Social-Buttons scharf zu schalten muss erst ein zusätzlicher Klick getätigt werden, so dass nur auf expliziten Wunsch hin Daten an Facebook, Google und Twitter fließen. Dieser Klick stellt die rechtliche Zustimmung zur Datenübertragung ins Ausland dar. Damit ist der Seitenbetreiber fein aus allem raus.

Der Code für diese Lösung kann übrigens per Mail erfragt werden. Wünschenswert wäre ja ein WordPress-Plugin dafür. Ein Freund (ich hab ihn nicht gefragt, deshalb kein Name) hat schon eine Mail-Anfrage losgeschickt. Vielleicht wird ja in den nächsten Tagen was daraus.

Eine kleine Randbemerkung zu den 2-Klick-Buttons noch. Die Lösung, die man sich bei heise.de überlegt hat ist sehr gut. Einen Hacken hat die Sache nur. Wenn man Werbung von externen URLs einbindet wird die ganze Sache schon wieder witzlos, insbesondere wenn es sich um googlesyndication.com (gehört zu Google) handelt.

Update: Facebook scheint es überhaupt nicht zu gefallen, dass jemand die Arbeit macht, die eigentlich sie selber erledigen müssten: Facebook beschwert bei sich heise.de über den datenschutzfreundlichen 2-Klick-Button. Angeblich würde dadurch die Funktion des Like-Buttons nachgeahmt. Blödsinn. Es wird ja der original Button eingebunden. Man könnte höchstens kritisieren, dass ein Bild des ausgegrauten Buttens angezeigt wird, aber der ließe sich ja entfernen.

Meine Vermutung bestätigt sich: In einem Tweet schrieb [Tina Kulow von Facebook Deutschland]: “Um es klar zu stellen: 2-klick-Button ist nicht ideal – aber kein Problem. Nur ein Like-Button der grafisch so tut als ob er einer ist, ist nicht ok. Das ist alles.” Ich komme gerade nicht umhin mir ein dickes Schmollen dazu vorzustellen.

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